Wenn Leidenschaft erblüht

Den ganzen Sommer hindurch geniessen wir die Schönheit unserer Pflanzen, welche Haus und Garten wundervoll präsentieren. Doch leider ist die Blütenzeit dieser Blumen einmal vorüber. Wenn im Herbst die Tage kürzer und kälter werden und der Nebel Einzug hält, wird es Zeit, den Blumen leb wohl zu sagen. Nur eine wundervolle Pflanze erfreut uns in dieser blassen Zeit: Die Christrose / Schneerose / Weihnachtsrose, in der Fachsprache Helleborus niger genannt. Keine andere Blüte hält den Strapazen des Winters so stand und unterstreicht den Zauber der Winterzeit. Wenn man im Winter bei frostigen Temperaturen die Blüten der Christrose entdeckt, könnte man fast denken, die Welt sei verkehrt. Ob daher wohl auch der wissenschaftliche Name stammt? "Helleborio" bedeutet im Griechischen "verrückt", was gar nicht so schlecht auf diese Pflanze zutrifft.

Rund um die Helleborus gibt es viele, hauptsächlich christliche Legenden. Dass Blumen unter dem Schnee erblühen können, war und ist für Menschen eine unfassbare Tatsache. Naheliegend, dass man diese Blütenschönheit mit der Geburt Jesus verbindet und liebevoll als "Christrose" oder "Rose de Noël" bezeichnet.

Ursprünglich kommt die Helleborus niger aus den Ost- und Südostalpen sowie den Karpaten. Früher wurde sie als Heilmittel eingesetzt. Verarbeitet man die Wurzel der Pflanze zu Pulver, so löst dies einen Juckreiz zum Niesen aus. Niesen galt als beste Abhilfe gegen Krankheiten wie Wahnsinn oder Epilepsie. Somit erübrigt sich die Erklärung, weshalb die Pflanze auch als Nieswurz bekannt ist.